Montag, 30. August 2010

Durchsichtige PR der Atomlobby #ndr #pr #zapp

Medien und Wirtschaft | 25.08.2010 23:20 Uhr

Durchsichtige PR der Atomlobby

Es lief doch immer so gut für die Atomlobby. Kernkraft war fest verankert in Deutschland. Jahrelang war Verlass auf mächtige Verbündete wie Franz-Josef Strauß etwa oder Helmut Kohl. Selbst die großen "Atomkraft-Nein-Danke-Proteste" konnte man da gelassen aussitzen. Und nun rückt das Ende der Laufzeiten unweigerlich näher. Und dann auch noch diese lästige Brennelementesteuer. Irgendwie spurt die Politik nicht mehr so richtig. Was also tun? Wie wäre es mit einer dicken Medienkampagne, um der Kanzlerin mal auf die Sprünge zu helfen.

Kühltum eines AKWs an der Isar bei Landshut © ddp Fotograf: Lukas Barth
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Angela Merkel (CDU) wollte sich ja selbst ein Bild machen von der Energie in Deutschland. Und beim Bild machen macht sie auch ganz hübsche Bilder auf ihrer Energiereise: Merkel mit großen und kleinen Windrädern und mit einem Computer-Monitor an der Leipziger Strombörse. Währenddessen füllt auch die Atomlobby die Zeitungen mit einem energiepolitischen Appell in hochoffiziöser Deutschland-Optik. Es geht um schwarz-rot-goldene Belange. 40 Männer von Format fordern die Bundesregierung auf, "das energiepolitische Gesamtkonzept ausgewogen zu entscheiden".

Der RWE-Sprecher Volker Heck meinte in einem Interview am 23. Juni: "Es ist für uns eine erhebliche Belastung in einem hohen dreistelligen Millionenbereich, die komplett zu Lasten des Ertrages geht." Und wer den Ertrag davon fliegen sieht, der pulvert gern einen bescheidenen Millionenbetrag in eine große Anzeige gegen die Brennelementesteuer. Die finden nämlich viele imposante Menschen bedenklich.

Ulrich Müller von LobbyControl erklärt: "Man versucht, mit so einer Anzeige auch zumindest den Eindruck zu erwecken, dass es da eine breitere Koalition gibt, eine breitere Unterstützung öffentlich, dass die Politik eigentlich gar nicht anders kann, als sich sozusagen auf diese Argumente, auch wenn sie inhaltlich fragwürdig sind, einzulassen. Das ist eigentlich das, was hinter so einer Eskalation steht."

Für "Mut und Realismus"?

Dafür sind die vielen Unterzeichner. Das will heißen, für wenig Abgaben und lange Laufzeiten. "Deutschland braucht weiter Kernenergie und Kohle." Warum verlangen das Leute wie Oliver Bierhoff, der "Manager Deutsche Fußball-Nationalmannschaft"? Ulrich Müller: "Bei Oliver Bierhoff ist es so, dass sein Vater ja langjährig Vorstandsmitglied bei RWE war, das heißt, da gibt es eine klare Verbindung zur Energiewirtschaft."

Und Josef Ackermann? Der war doch mal Merkels Kumpel von der Deutschen Bank? Ulrich Müller: "Bei Ackermann ist es so, dass die Deutsche Bank sehr stark in Energie- und Atomindustrie engagiert ist. Nach einer Studie ist sie weltweit der siebtgrößte Finanzierer von Atomprojekten."

Und bei Wolfgang Clement, hier "Ministerpräsident und Bundesminister a.D.", hat man sicher nur vergessen zu erwähnen, dass er ja im Aufsichtsrat von RWE Power sitzt.

Eine "interessengeleitete Anzeige"

Andreas Fischer-Appelt, Kommunikationsberater, erklärt: "Also es ist eine polarisierende Anzeige, es ist eine interessengeleitete Anzeige, es ist keine neutrale Anzeige und das wär auch gar nicht Aufgabe." Die Aufgabe ist: öffentlich lospoltern, massiv das Thema besetzen, mit vielen Leuten Druck auf die Politik machen. Etwas, was die großen Energieriesen bisher gar nicht nötig hatten. Denn die lassen ja sonst ihre Lobbyisten in Berlin auf die Politiker los.

Ulrich Müller: "Und dann ist es in der Regel aber schon auch so, dass es häufig flankierende PR Kampagnen gibt. Häufig sind die aber nicht so stark mit der Lobbyarbeit direkt verbunden, so dass man das unbedingt immer gleich sieht. Also das ist, dass man natürlich versucht seit Jahren, die Atomkraftwerke gut darzustellen, aber dass man es nicht direkt in diesen Anzeigen selbst sagt 'Wir brauchen jetzt eine Laufzeitverlängerung'."

Stattdessen kämpfen die Kraftwerke persönlich als Klimaschützer für die Umwelt: In der Anzeigenkampagne des Deutschen Atomforum e.V. "kämpft" Brunsbüttel zum Beispiel "24 Stunden am Tag für die Einhaltung des Kyoto-Abkommens". Und Kraftwerk Grohnde, in einem Bild hinter aufgeschichteten Zuckerrüben zu sehen, "erzeugt umweltfreundliche Energie".  Ulrich Müller: "Sicher ist es so, dass die Energieversorger seit Jahren darauf hinarbeiten, die Atomausstiegvereinbarung, die sie eigentlich selbst unterzeichnet haben, wieder aufzubrechen, also sich nicht an die eigene Zusage zu halten. Und da gibt es natürlich schon langfristige Pläne und auch PR Strategien, wo man versucht, mit welchen Argumenten kann man das erreichen."

PR für Kernenergie

Da tauchte im letzten Jahr ein über 100 Seiten starkes "Kommunikationspapier Kernenergie" auf. Darin macht die Agentur PRGS einem großen Energiekonzern Vorschläge, wie man vor den Bundestagswahlen 2009 das Thema Kernenergie besser verkaufen könnte: Zum Beispiel immer betonen, eine "Verlängerung der Restlaufzeiten unterstützt Klimaschutz und Energiewende". Außerdem solle man "Zugeständnisse prüfen in Richtung Strompreis, Atomsteuer, Klimaschutz-Fonds, um das Image aufzubessern".

Aber nun, wo es hart auf hart kommt und die Bundesregierung wirklich eine Atomsteuer kassieren will, ist es ums Image auch egal. Jetzt drohen die Energieriesen damit Kraftwerke abzuschalten. Sie sind unter Druck. Die Anzeige ist ein Schnellschuss. Hastig zusammengeschustert ist dieser energiepolitische Appell. Andreas Fischer-Appelt meint: "Man sieht das auch, ein paar kleine handwerkliche Fehler stecken auch in der Anzeige drin, wie zum Beispiel, das haben Sie aber festgestellt, überhaupt keine Frau unterzeichnet hat. Wenn Sie genau gucken, sehen Sie, es fehlen auch einige große Vertreter der Industrie. Ich guck, zum Beispiel Siemens fehlt, wir haben die Automobilindustrie nicht einzeln, höchstens als Verband. Und insofern wird es dort auch Unternehmen gegeben haben, die sagen 'das möchten wir nicht mittragen'."

Denen war vermutlich klar, Merkel hat zwar großzügig zur Diskussion über Energie aufgerufen, will sich aber öffentlich keinesfalls von solchen Drohgebärden der Industrie beeindruckt zeigen, wie sie trotzig in einem Interview betont: "Bei mir ist immer so, wenn etwas Richtung einer Drohung läuft oder ich zu was gepresst werden soll, führt das bei mir zu totalen Gegenbewegung." (Quelle: Mediengruppe Madsack, 24.08.2010)

Ulrich Müller: "Wenn sie jetzt zu stark auf die Atomindustrie eingeht, dann wird es immer heißen 'die Union und die Schwarz-Gelbe Bundesregierung machen sozusagen den Kniefall vor der den Energieversorgern'."

Raus aus den Hinterzimmern, rein in die Öffentlichkeit – fürs erste Mal lief das doch gar nicht so – gut.

Autorin/Autor: Sine Wiegers

Kühltum eines AKWs an der Isar bei Landshut © ddp Fotograf: Lukas Barth

25.08.2010 23:20 Uhr

Mit einer Anzeigenkampagne kämpft die Energiewirtschaft für ihre Interessen. Und verfehlt die Wirkung - denn statt über die Inhalte, reden alle nur über die Form.

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Ulrich Müller, geschäftsführender Vorstand von LobbyControl

25.08.2010 23:20 Uhr

Der geschäftsführende Vorstand von LobbyControl zu dem Thema "Durchsichtige PR der Atomlobby".

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Andreas Fischer-Applet, Gründer der PR-Agentur "fischer-Applet"

25.08.2010 23:20 Uhr

Der Gründer der PR-Agentur "Fischer-Appelt" zu dem Thema "Durchsichtige PR der Atomlobby".

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Donnerstag, 19. August 2010

Unternehmen scheitern mit Social-Media-Aktivitäten #socialmedia #sm #social #studie

Purer Aktionismus statt Diskussion auf Augenhöhe: Drei Viertel der deutschen Web 2.0-Nutzer sind über die Aktivitäten von Unternehmen bei Facebook, Twitter und Co. enttäuscht. 83 Prozent empfinden die Unternehmensaktivitäten sogar als Werbung. Der Grund: Die Unternehmen gehen im sozialen Web zu wenig auf die Bedürfnisse ihrer Kunden ein.

So nutzt beispielsweise mehr als die Hälfte (58 Prozent) die neuen Kommunikationskanäle bereits für Fragen, Beschwerden oder Anregungen. Doch fast zwei Drittel von ihnen (61 Prozent) sind mit der Reaktion der Unternehmen unzufrieden. Es wurde nicht auf Ihre Belange eingegangen, 47 Prozent erhielten unzureichende Antworten und in vielen Fällen wurde auf klassische Serviceabteilungen verwiesen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Brand Science Institute, in der mehr als 1.000 Probanden zu ihren Erfahrungen befragt wurden.

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Freitag, 25. Juni 2010

Reaktionen auf Matthias Ehrlichs These, Social Media werde überschätzt: "Da spricht die Angst"

"Da spricht die Angst"

Reaktionen auf Matthias Ehrlichs These, Social Media werde überschätzt (Fotolia.com/pdesign)

"Facebook und Co werden maßlos überschätzt" - mit dieser Aussage hat United-Internet-Media-Chef Matthias Ehrlich die internetworld.de-Leser bewegt. Die Kommentare zum Artikel auf der Webseite, via Facebook und Twitter reichen von "Unsinn" bis "Recht hat er".

Ehrlichs These: In sozialen Netzwerken werde hauptsächlich "gequatscht", dort sei keine gezielte Markenführung möglich. Als Markenverantwortlicher müsse man Millionen Menschen ansprechen, da reiche es nicht, 5.000 Leute auf einer Fanseite zu haben. Die Professionalisierung der Werbebranche werde oft "dadurch behindert, dass man meint, auf den neuesten Hype aufspringen zu müssen".

Viele internetworld.de-User sehen das anders: "Lieber 5000 top-relevante Leute als Fan, als Millionen, die im Streuverlust untergehen", kommentiert Kup. Und Barkat fügt hinzu: "Was auch vergessen wird, ist, dass jeder Kommentar auf den Fanseiten dieser 5000 Fans von den Freunden dieser Fans gesehen und eventuell wiederum kommentiert wird. Das kann enorme Effekte mit sich bringen." Dieser Meinung ist auch Florian Bauhuber via Twitter: "Wer Facebook für überschätzt hält, hat den Paradigmenwechsel nicht verstanden!"

Unternehmensberater Uwe Hiltmann vermutet Angst als Motiv hinter der Position des United-Internet-Media-Chefs: "Die Aussagen von Herrn Ehrlich wirken auf mich leider wie das Pfeifen im Walde - wenn ich nur laut genug pfeife, dann wird mir schon nichts passieren. Er hat scheinbar nicht verstanden, dass mittlerweile die Konsumenten durch das Internet immer mehr Macht und Mitsprachemöglichkeiten erhalten haben - und fordern!" Christian glaubt: "Da spricht die Angst von United Internet, wenn E-Mail-Portale bald ihre Reichweite und Daseinsberechtigung an Facebook abgeben müssen."

Andere User stimmen Ehrlich zu: "Da hat mir Matthias Ehrlich sehr aus der Seele gesprochen", sagt Sven Bornemann. "Aufwachen lieber Online-Marketer! Setzt Euch lieber mal auf den Hosenboden, lernt die Mechanismen Eures Fachgebietes sorgfältig, anstatt Euren Kunden mit immer neuen Worthülsen immer neue Trends zu verkaufen." So sieht das auch Paule und freut sich, dass endlich mal jemand ausspreche, was sich niemand zu sagen traue.

"Ich würde nicht sagen, dass Facebook überschätzt wird - sondern dass Social-Media-Kampagnen nicht vernünftig umgesetzt werden und dadurch ohne Erfolg bleiben", kommentierte Harald R. Fortmann den Artikel via Twitter.

Bannerwerbung auf Facebook sei ohnehin die falsche Methode, betont Thomas Hutter. Stattdessen müssten die für Social Media typischen Mechanismen eingesetzt werden. "Leider kapieren viele der klassischen (Online-)Werbeagenturen diese Mechanismen nicht ansatzweise und versuchen, in Social Media 1:1 klassische Kampagnen (on- oder offline) zu adaptieren - der Misserfolg ist garantiert!" Werde jedoch Social Media richtig eingesetzt, gehe das Machbare weit über die altbackenen Möglichkeiten heraus.

Helge Ruff hält Social Media für einen wichtigen Kanal einer integrierten Markenstrategie ist. "Facebook ist eine der Möglichkeiten, Brand-Fans zu finden. Fans haben einen stark multiplikativen Charakter und somit ist Facebook auf keinen Fall zu unterschätzen!"

Oder wie Miriam Korth auf der internetworld.de-Facebook-Seite kommentiert hat: "Hätte das ohne Facebook wahrscheinlich nie gelesen."

Update: Stephan Noller von nugg.ad hat inzwischen Matthias Ehrlich und Social-Media-Spezialisten Nico Lumma zum Duell aufgefordert. nugg.ad stellt den Algorithmus, Lumma soll den Social-Part erledigen, Ehrlich den Banner-Part. Und zur dmexco werden die Ergebnisse. präsentiert.

Wir sind gepannt.

25.06.2010 11:43 tga

 

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Dienstag, 22. Juni 2010

Das katholische PR-Desaster - Psychologe Grünewald: "Das ist ein Führungsproblem"

Psychologe Grünewald

"Das ist ein Führungsproblem"

Bischöfe werfen einander Intrigen vor, verbreiten Details über Krankheiten von Mitbrüdern. PR-Desaster oder Ankunft in der Realität? Psychologe Grünewald rät im FR-Interview zu Geschlossenheit - und zur Selbstreinigung.
Stefan Grünewald
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Stefan Grünewald
Herr Grünewald, Bischöfe werfen einander Intrigen vor, verbreiten Details über Krankheiten von Mitbrüdern. PR-Desaster oder Ankunft in der Realität?

Dass all diese Dinge offenbar sehr real sind, vergrößert das Desaster nur noch. Mitten in einer der größten Vertrauenskrisen und gesellschaftlicher Verunsicherung zeigt sich: Nicht einmal mehr die Kirche ist eine Bastion des Vertrauens und der Verlässlichkeit.

Für ihre Kritiker war sie das nie.

Aber selbst in der Kritik ist die Sehnsucht lebendig. Viele Menschen wollen sich ja an etwas halten, das "höher" ist als die Niederungen ihres eigenen Daseins. Derzeit räumt die Kirche selbst mit solchen Illusionen auf und enttäuscht damit viele.

Wer enttäuscht ist, hat sich vielleicht getäuscht.

Im psychoanalytischen Sinne ist es gut, wenn die Menschen merken, diese Institution ist nichts Überirdisches. Vom Standpunkt des Glaubens aus gesehen, bedeutet es aber eine gewaltige Erschütterung, wenn Seelsorger so aufeinander losgehen oder wenn ein Bischof exzessiver Prügel beschuldigt wird, aus dem Amt gedrängt werden muss und dann mit dem "Rücktritt vom Rücktritt" neue Verwirrung stiftet.

Zu welcher Kommunikationsstrategie raten Sie der katholischen Kirche?

Aufklären und Geschlossenheit demonstrieren.

Geschlossenheit? Es war doch immer einer der Hauptvorwürfe an die Bischöfe, Konflikte zu bemänteln: Ihr tut bloß so, als wärt ihr alle Brüder.

 Ich meinte: Geschlossenheit im Willen zur Selbstreinigung. Wenn es unter den Bischöfen so zugeht wie in der französischen Nationalelf, aus deren Kreis die wüstesten Sprüche und Beleidigungen nach außen dringen, dann ist ihr selbst mit der schönsten Kommunikationsstrategie nicht zu helfen.

Gehen wir also vor der PR dem Problem auf den Grund ...

... das ein Führungsproblem ist. Im Fall Mixa etwa müssten der Münchner Erzbischof oder letztlich der Papst ein solches Hin und Her unterbinden. Ausgerechnet in der so hierarchisch strukturierten katholischen Kirche scheint es aber keinen zu geben, der ein Machtwort spricht. Das gehört zum Prinzip geistiger Führerschaft genauso wie das unmissverständliche Bekenntnis, Missstände zu beseitigen. Dass der Papst sich endlich bei den Missbrauchsopfern entschuldigt hat, war dafür immerhin ein erster Schritt.

Schließt geistige Führerschaft die Trennung von denen ein, die ihr im Wege stehen?

Klare Konsequenzen sind unumgänglich. Sie dürfen aber ihrerseits nicht wieder mit Nachtreten und übler Nachrede verbunden sein. Denn sonst gerät die professionelle Sanktion sogleich wieder ins Geflecht von Machenschaften. Das schafft ein neues Gefühl von Intransparenz - und passt überhaupt nicht zum Bild der Kirche als einer Institution, die sich von anderen unterscheiden will.

Haben Sie einen Claim für die Kirche auf Lager?

Wir haben verstanden. Und: Wir geloben Besserung.

 

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HORIZONT.NET: Studie: Markenwert von #BP rutscht um 1 Milliarde US-Dollar ab

Das Image des Mineralölriesen befindet sich im freien Fall 

Das Image des Mineralölriesen befindet sich im freien Fall

Um eine Milliarde US-Dollar ist der Markenwert von BP seit der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko am 22. April gesunken. Zu diesem Urteil kommen die US-Technologie-Analysten von General Sentiment. Seit Juni habe die Marke pro Tag 32 Millionen US-Dollar an Wert eingebüßt.
 
Die Marken-Reputation befinde sich im freien Fall, sagt General Sentiment CEO Greg Artzt. Als Marke werde sich BP von diesem Schlag womöglich nie völlig erholen, so der Analyst. Grundlage für die Berechnung sind die Meinungen zum Konzern in Nachrichtenkanälen als auch in Social Media.
 
Eine schnelle Erholung scheint nicht in Sicht. "Eine solche Katastrophe hat weltweit drastische Auswirkung auf die Marke, und zwar über Jahrzehnte", zitieren Schweizer Medien, der Berater der Markenagentur Interbrand Nik Stucky. Interbrand bezifferte den Markenwert von BP 2009 noch mit 3,7 Milliarden US-Dollar. Im BrandZ-Index von Millward Brown erreichte BP vor der Katastrophe einen Wert von 17,28 Milliarden US-Dollar.
 
BP versuchte zuletzt unter anderem mit gekauften Suchbegriffen bei Google und Co seine Imageprobleme einzugrenzen. Auch ein TV-Spot sollte das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen. Allerdings mit wenig Erfolg, wie eine Auswertung des Werbeforschers Ace Metrix zeigt.
 
Eine Untersuchung von Interactive Labs belegt gleichfalls, dass es BP nicht gelungen ist, den Geräuschpegel im Web einzudämmen. Beispielsweise zeigt das Buzz Volume, quasi der Geräuschpegel der Wortmeldungen im Web, rund um die Begriffe BP und Ölpest ein verstärktes Diskussionsaufkommen am 12. und 14. Juni 2010 im Vergleich zum restlichen Monat. Damals gab es unter anderem massive Kritik von Seiten der US-Regierung an BP - samt entsprechender Resonanz im Web. "BP mangelt es an einem strategisch angesetzten Reputationsmanagement. Die offiziellen Informationen zurückzuhalten, war und ist in diesem Fall genau der falsche Weg und hat dem Konzern zusätzlich geschadet", bewertet Interactivelabs-Gründer Thorsten A. Gropp die Ergebnisse.
 
Laut der britischen Search-Marketing-Agentur Greenlight sind 95 Prozent der Ergebnisse auf Suchmaschinenseiten "zynisch" und "sehr negativ". Weiterhin belegen zahlreiche Youtube-Clips das Ausmaß der Katastrophe. Hinzu kommen Spott und Häme. So zeigt ein Clip (BP spills Coffee), wie das Unternehmen reagieren würde, wenn Kaffee auf einem Tisch verschüttet wird. Der Film erreicht allein bei Youtube inzwischen über 6 Millionen Views. ork
 
Der Imageverlust von BP (anklicken zum Vergrößern)

Der Imageverlust von BP (anklicken zum Vergrößern)

 

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