Kein Interesse, kein Budget
20.05.2011 11:02 tga
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Die Mehrheit aller PR-Mitarbeiter und Journalisten führt bisher kein systematisches Social-Media-Monitoring durch. Und jene, die erfassen, was über ihr Unternehmen in Netzwerken geschrieben wird, setzen weitgehend auf kostenlose Tools - selbst wenn diese im Vergleich zu einer professionellen Monitoringsoftware weniger Datenqualität, Support und Funktionen bieten.
Das ergab eine Umfrage von news aktuell und Faktenkontor, an der 5.120 Vertreter aus Redaktionen, Pressestellen und PR-Agenturen teilnahmen. Wie wichtig ist es für jene Mitarbeiter zu wissen, wie über die eigene Firma oder die der Kunden in Social Media diskutiert wird? Wichtig oder sehr wichtig sagten 59 Prozent der Journalisten, 65,7 Prozent der PR-Agenturen und sogar 76 Prozent der Mitarbeiter von Presstestellen.
Trotz dieser Aussagen halten sich beim Monitoring von Social Media viele noch immer zurück. Fast drei Viertel aller Pressestellen (44 Prozent, durch PR-Agenturen vertreten: 25 Prozent) verzichten noch komplett auf die Beobachtung sozialer Netzwerke.Unter den Journalisten sind es ebenfalls 45 Prozent. Immerhin jede dritte Pressestelle (30 Prozent) und jede fünfte PR-Agentur (20 Prozent) verschafft sich mithilfe kostenfreier Monitoring-Tools einen groben Überblick über die Stimmungslage im Netz. Nur fünf Prozent aller PR-Fachleute investieren bisher in eine professionelle kostenpflichtige Software. Dreizehn Prozent setzen bei der Beobachtung auf einen externen Dienstleister.
Die Mehrheit der PR-Beauftragten steht Ausgaben für professionelle Monitoring-Lösungen zögerlich gegenüber. Nur jede zehnte Pressestelle (12 Prozent) und denkt konkret über Investotionen in diesen Bereich nach. Aktuell liegen die monatlichen Ausgaben für eine Beobachtung des Web2.0 mehrheitlich bei maximal 500 Euro seitens Pressestellen und Agenturen (Pressestellen: 34 Prozent; PR-Agenturen: 36 Prozent).
Umfangreiche Wirkungsanalysen von Social Media Aktivitäten sind in der PR bisher die Ausnahme. Aktuell verlässt sich die Mehrheit aller Pressestellen (79 Prozent) und PR-Agenturen (78 Prozent) vor allem auf eine "quantitative" Auswertung, wenn es um Evaluation von Social Media Aktivitäten geht. Knapp jede vierte Pressestelle misst zusätzlich die Imagewirkung ihres Unternehmens, jeder sechste auch deren Markenwirkung.
Freitag, 20. Mai 2011
Studie zu Social-Media-Monitoring in der PR-Branche: Kein Interesse, kein Budget #sm #socialmedia #pr #publicrelations
Donnerstag, 12. Mai 2011
PR-Gau bei Burson-Marsteller #pr #publicrelations
Burson-Marsteller: Agentur sollte Google mies machen
Der harte Kampf um Internet-Nutzer und Werbeumsätze wird nicht immer mit offenen Karten geführt. Nun wurde bekannt: Facebook hat Burson-Marsteller angeheuert, um Negativ-Schlagzeilen über Google zu produzieren.
Dass man mit schmutzigen Tricks und möglichst listenreich seinen Gegner besiegen soll, gehört seit Jahrhunderten zum Selbstverständnis im chinesischen Kulturkreis. Offensichtlich haben die kalifornischen Sunnyboys von Facebook die 36 Strategeme genauesten studiert und sich entschieden, Strategem Nummer 20 zum Einsatz zu bringen: „Das Wasser trüben, um die Fische zu ergreifen". Im Klartext: Burson-Marsteller wurde von Facebook heimlich beauftragt, Negativ-Stories über Google lancieren. Dabei sollten, berichtet Adweek, insbesondere zwei Aspekte für entsprechende Schlagzeilen sorgen: Zum einen die Vermutung, dass die Social-Network-Aktivitäten von Google die Datenschutz-Richtlinien der USA missachten. Zum anderen der Verdacht, dass Googles Social Circle unberechtigterweise auf Daten von Facebook-Nutzern zurückgreift.
Entsprechende Gerüchte waren bereits am Dienstag in der US-Presse aufgetaucht, zunächst aber sowohl von der Agentur als auch von sämtlichen üblichen Verdächtigen (Apple, Microsoft, Facebook) dementiert worden. Nun erfolgte das kleinlaute Eingeständnis von Burson und Facebook. Peinlich, peinlich. Burson-Marsteller ist eine der weltweit größten PR-Agenturnetworks und gehört zu Martin Sorrells WPP-Imperium. Zu den Kunden gehörten oder gehören Unternehmen wie Coca-Cola, McDonald's, Procter & Gamble und viele andere . Facebook hingegen möchte sich in der Öffentlichkeit als vertrauenswürdiges Unternehmen präsentieren. Damit dürfte es aber langsam vorbei sein. Die Skandalgeschichte zeigt, mit welch harten Bandagen der Kampf um Konsumenten und Werbekunden derzeit ausgetragen wird. Noch ist Google der unumschränkte globale Player auf dem Online-Werbemarkt. Doch Facebook ist mit über 600 Millionen Mitgliedern im Rücken dabei, dem Giganten Paroli zu bieten. Der Werbeumsatz von Facebook, so schätzt das Londoner Marktforschungsinstituts Enders Analyst, wird in diesem Jahr von 1,8 Milliarden Dollar auf 3,5 Milliarden Dollar explodieren. Ein Plus von 95 Prozent - da dürfte auch der eine oder andere Google-Manager blass um die Nase werden: Nicht unbedingt wegen der absoluten Zahl - mit Search setzt Google auch weiterhin viel, viel mehr um. Entscheidender ist: Googles-Display-Bereich wird dieses Jahr nur von zwei Milliarden Dollar auf rund 2,6 Milliarden Dollar steigen. Noch bemerkens- oder bedenkenswerter ist - ja nach Standpunkt - die Geschwindigkeit, mit der Facebook seine Mitgliederzahl auf dem Werbemarkt kapitalisiert - trotz permanenter Diskussionen über Datenschutz, fehlenden Standards für Werbe-Effizienz und -Effektivität. vs (via horizont.net)
Der Burson-Facebook-Skandal zeigt exemplarisch, wie man nicht versuchen sollte, Blogger und Presse vor den Karren des eigenen Klienten zu spannen. So war die Agentur unter anderem an den Tech-Blogge Chris Soghoianherangetreten, um auf dessen Blog eine Anti-Google-„Exklusivgeschichte" zu lancieren. Doch Soghoian publizierte nicht das Burson-Machwerk, sondern den Mailverkehr mit der Agentur. Wer nachlesen will: BITTESCHÖN.DUMM GELAUFEN
Samstag, 19. Februar 2011
Guttenberg vor Scherbenhaufen - PR-Experte sieht nachhaltigen Imageschaden #guttenberg #pr
Guttenberg vor Scherbenhaufen - PR-Experte sieht nachhaltigen Imageschaden
Für Karl-Theodor zu Guttenberg wird die Luft immer dünner. Nach den Plagiatsvorwürfen im Zusammenhang mit seiner Dissertation lässt der Bundesverteidigungsminister seinen Doktortitel nun vorübergehend ruhen. Auch wenn der CSU-Politiker die Anschuldigungen am Freitag auf einer eilig einberufenen und wegen ihrer "Exklusivität" auch heftig kritisierten Pressekonferenz erneut "mit Nachdruck" abschmetterte, sehen Kommunikationsexperten bereits dunkle Wolken über der Marke Guttenberg aufziehen. Dirk Popp, Managing Partner und Experte für Krisen-PR bei der Kommunikationsagentur Ketchum Pleon, glaubt, dass Image und Glaubwürdigkeit Guttenbergs in diesem Fall "deutlich gelitten" haben - und hält auch personelle Konsequenzen für denkbar."Wenn man so will, sind die wichtigsten Teile seines Markenkerns, Ehrlichkeit und Bildung, beschädigt", sagt Ketchum-Pleon-Manager Dirk Popp gegenüber HORIZONT.NET. Wie groß der Scherbenhaufen wirklich ist, wird nach Ansicht Popps erst in einigen Wochen klar sein. Allerdings steht für den Krisen-PR-Experten schon jetzt fest, dass die vergleichsweise banale Plagiats-Thematik Guttenberg mehr schaden wird als "echte" Affären wie etwa die um das Bombardement zweier Tanklaster in Afghanistan oder zuletzt der Todesfall auf dem Marine-Ausbildungsschiff Gorch Fock. "Grund hierfür ist, dass er persönlich betroffen ist und jetzt nicht mehr so einfach als Krisenmanager agieren kann. Insgesamt kann man schon sagen, dass es als Minister eng für ihn werden könnte", glaubt Popp.
Auch die Art und Weise, wie Guttenberg bislang auf die Anschuldigungen reagiert, findet Popp teilweise unglücklich: "Die erste Reaktion war leider nicht ganz so überlegt wie man es von ihm gewohnt ist", sagt Popp. Vor allem dass der Minister die Vorwürfe als abstrus bezeichnete, sei "taktisch nicht klug" gewesen. "Schließlich geht es in diesem Fall nicht um diffuse Vorwürfe, sondern es lässt sich relativ einfach - und auch für Laien nachvollziehbar - ermitteln, ob hier eine Verfehlung vorliegt", so Popp. Die weiteren Schritte waren aus Sicht des Kommunikationsexperten dann wieder konsequent und richtig: "Einzugestehen, dass Fehler beim Zitieren passiert sein können, und den Doktortitel vorübergehend nicht weiter zu führen, ist richtig. Im folgenden sollte zu Guttenberg jetzt betonen, dass er sich - ohne jeden Promibonus - den Überprüfungen durch die Universität unterzieht und deren Entscheidung akzeptiert. Sollte das zu einer Aberkennung des Titels führen, sollte er gegen diese Entscheidung nicht vorgehen." mas
Freitag, 18. Februar 2011
Warum PR und Marketing miteinander verschmelzen #socialmedia #sm #pr #trends
Forum Davos PR-Guru erläutert Trends PR und Marketing werden verschmelzen.Als ersten Redner konnten die Organisatoren des 2. "World Forum Davos" Paul Holmes, einen der international bekanntesten PR-Guru (The Holmes Report, UK), begrüssen. Vor rund 90 Teilnehmern aus 20 verschiedenen Ländern (meist Kommunikationsverantwortliche aus dem Top-Management und führende PR-Berater) referierte er über die Veränderungen in PR und Marketing durch Social Media. Sein Zukunftsszenario ist unmissverständlich: Marketing und PR werden fusionieren.
Social Media lässt PR und Marketing verschmelzen
"Dieser sehr umstrittene Schritt wird nötig, da Social Media die Art und Weise, wie Unternehmen kommunizieren, grundlegend verändern." Weil PR per Definition "das Organisieren der Beziehungen zwischen einer Organisation und ihren unterschiedlichen Anspruchsgruppen" meint, sei Marketing grundsätzlich als ein Teil von PR zu betrachten. Denn Marketing beschäftige sich ja nur mit einer einzigen Anspruchgruppe, nämlich mit den Kunden. Holmes begründet die Verschmelzung der beiden Bereiche mit der zunehmenden Bedeutung von Social Media, respektive mit der Tatsache, dass jeder Kunde sein eigenes Medium besitzt, somit selber twittern, podcasten oder seine Meinung in Blogs oder sozialen Netzwerken einbringen kann.
Twitter und Facebook können CEO stürzen
"Neue PR" müsse sich nicht mehr der klassischen Medien bedienen, sondern solle Botschaften über die neuen Medien transportieren. "Heute, nach Wikileaks und der Revolution im mittleren Osten, kann niemand mehr behaupten, Social Media seien nicht wichtig. Alles was Organisationen tun, kann öffentlich werden und plötzlich auf der Frontseite der Tageszeitungen auftauchen. Wenn Social Media einen Präsidenten stürzen, können sie auch den CEO Ihres Unternehmens zu Fall bringen!" Social Media veränderten die Art und Weise wie man einen Brand erzeuge. Waren früher Werbung oder Medienmitteilungen probate Mittel um eine Marke zu definieren, seien es heute und in Zukunft die unterschiedlichen Sichtweisen der Kunden, die Gespräche beim Einkaufen oder auf Partys, aber auch Tweets und der Auftritt auf Facebook oder Youtube.
Journalisten und Mitarbeiter sind glaubwürdig
Holmes sagt, dass künftig nicht mehr Mediensprecher oder CEOs glaubwürdigste Vertreter einer Organisation seien, sondern drei andere Gruppen: die Mitarbeitenden, Journalisten und die Kunden. "Es ist Aufgabe moderner PR, relevante und interessante Geschichten zu definieren, diese geschickt zu streuen, sodass sie von Meinungsmittlern (wie z.B. Journalisten oder Blogger) weitererzählt werden und so auf besonders glaubwürdige Art viele Leute erreichen."
Marketing schreit - PR hört zu
Holmes ist überzeugt, dass die Trennung zwischen Marketing und PR verschwinden wird. Denn in Social Communities funktioniere klassisches Marketing mit rein eingleisigem Anpreisen nicht. Ausserdem gebe es einen gewichtigen Kulturunterschied zwischen Marketingmitarbeitenden und PR-Verantwortlichen: "Marketingleute schreien laut. Sie meinen immer selber sprechen zu müssen und haben Angst vor Diskussionen. Ganz im Gegensatz zu PR-Leuten: Diese hören zu und suchen nach Lösungen." Erfolgreiches Management von Social Communities erfordere genaues Zuhören. Man müsse Probleme erkennen können und sie rasch lösen. Im Zusammenhang mit der Frage, ob die Marketingabteilung Teil der PR werden soll oder umgekehrt die PR-Abteilung als Unterabteilung des Marketings gelten wird, weist Holmes darauf hin, das per Definition und aus Relevanzgründen die erste Lösung Realität werden sollte. Problematisch sei aber, dass Marketingabteilungen ein viel höheres Budget aufweisen würden ("Milliarden"), als die PR-Abteilungen ("Millionen"). Dies führe wahrscheinlich dazu, dass künftig die PR ins Marketing fliessen werde.
Publikum teilt Holmes Ansichten
Wer sich nach Holmes Referat und der anschliessenden Debatte mit Marshall Sponder (Pionier in Social Media Analytics) bei den Kongress-Teilnehmern umhörte, stellte fest: Holmes Meinung findet breite Unterstützung. So meinte etwa Spencer Baretz aus New York: "Holmes hat so was von Recht! Vor Social Media gab es keine Kommunikationsplattform für die Masse. Ein Brand war so, wie er von den Marketern über PR und Werbung inszeniert wurde. Jetzt ist ein Brand das, was die Leute über einen Brand erzählen." Roland Binz, Unternehmens- und Krisenkommunikationsberater aus Winterthur fügt an: "Das allein genügt nicht. Unternehmen müssen Kundenservice, Kundeninformation, PR und Unternehmenskommunikation künftig fusionieren." Für einen Social-Media-Job genüge es nicht einen Teilzeitstudenten anzustellen. "Auf keinen Fall kann das ein Teenager machen!", sagt auch Baretz. "Es braucht ein vorsichtiges Vorgehen, so dass man die strategischen Vorgaben des Unternehmens richtig umsetzen kann." Laut Binz würde mit einem Student als Social-Media-Manager der Betrieb allenfalls in normalen Phasen funktionieren. Doch in Krisen werde diese Aufgabe rasch zur Chefsache, wobei dann plötzlich verschiedene Unternehmensbereiche an derselben Stelle reagieren müssten. "Momentan sind viele Unternehmen (noch) nicht bereit, Social Media als Teil der Krisenkommunikation zu behandeln."
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Paul Holmes (links) und zwei weitere Podiumsteilnehmer
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90 Teilnehmer aus 20 verschiedenen Nationen
Text: Edith Hollenstein
Montag, 15. November 2010
Einflussnahme: Pressearbeit im Sinne des Angeklagten #pr #presse
Mehr als die Hälfte der Richter und Staatsanwälte gab an, dass Medienberichte sich auf ihr Verhalten auswirken. 42 Prozent der Staatsanwälte antworteten auf die Frage, ob sie bei dem geforderten Strafmaß an das Echo in der Öffentlichkeit denken würden, mit Ja. Bei den Richtern waren es 58 Prozent. Ein Drittel gab zu, dass Medienberichte Einfluss auf die Höhe der Strafe haben. Und fast jeder Vierte sagte, dass davon die Frage, ob eine Bewährung bewilligt oder verweigert wird, beeinflusst wird.
Dienstag, 9. November 2010
PR-Eklat: Schäuble-Sprecher tritt nach Skandal zurück #pr #publicrelations
Der Finanzminister hatte seinen Sprecher bloß gestellt.Schäuble-Sprecher tritt nach Skandal zurück
veröffentlicht am 09.11.2010 um 11:50 Uhr · Unternehmen · ArtikelNach dem PR-Eklat: Der Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble, Michael Offer, tritt zurück. Nachdem er am vergangenen Donnerstag bei einer Presskonferenz vor den versammelten Journalisten von seinem Chef rüde angegangen worden war, hat er nun seinen Rücktritt eingereicht. Schäuble hatte Offer herablassend behandelt, weil er Unterlagen für Schäuble nicht rechtzeitig verteilt hatte. Das entsprechende YouTube-Video, ein Mitschnitt beim ZDF, ist bislang fast 300.000 mal aufgerufen worden.
Wie die dpa meldet habe Offer sein Rücktrittsgesuch damit begründet, dass er nicht mehr das volle Vertrauen Schäubles genieße. Am Montag hätten sich Sprecher und Minister darüber ausgetauscht. Am Dienstag bestätigte das Finanzministerium die Entlassung.
Derweil hat das Job-Portal jobsintown bereits die Gunst der Stunde genutzt und wirbt mit einem Offer-Motiv für seine Seiten.
Montag, 4. Oktober 2010
WeTab mit neuem PR-Debakel: Ankershoffen tritt zurück #wetab #wedepp
WeTab-Chef gesteht Eigenlob unter falschem Namen"WeDepp"-Debakel: Ankershoffen tritt zurück
-->Das selbst gemachte PR-Debakel bei der WeTab-Firma ist mal wieder perfekt. Firmenchef Helmut Hoffer von Ankershoffen hat zugegeben, bei Amazon unter falschem Namen Lobhudeleien für den viel kritisierten Tablet-PC der Firma, das WeTab, veröffentlicht zu haben. Ankershoffen in einer Stellungnahme: "Dafür möchte ich mich an dieser Stelle entschuldigen!" Er hat die Konsequenzen gezogen und ist zurückgetreten. Dem Thema WeTab wird ein weiteres peinliches Kapitel hinzugefügt.
Es war kaum zu glauben, was der Technik-Blogger Richard Gutjahr am Wochenende da aufgeschrieben hatte: Bei Amazon waren lobhudlerische Nutzer-Rezensionen für das von der Fachpresse vielfach gescholtene WeTab aufgetaucht ("sehr, sehr gut") Allerdings führte das Pseudonym des vermeintlich begeisterten WeTab-Nutzers auf die Amazon-Wunschliste von WeTab-Chef Helmut Hoffer von Ankershoffen. Gutjahr prägte dafür den Begriff "WeDepp"-Debatte.
Zwar war theoretisch eine arglistige Täuschung möglich, aber wahrscheinlich schien das nicht. Zudem eine weitere euphorische Nutzer-Rezension bei Amazon auf die Wunschliste von Ankershoffens Frau führte. Jetzt hat der WeTab-Chef das Lob in eigener Sache zugegeben. Er habe die Bewertungen bei Amazon privat verfasst, ohne Rücksprache mit der übrigen Geschäftsführung oder der Kommunikationsabteilung. Es sei ein Fehler gewesen. Ankershoffen: "Dafür möchte ich mich an dieser Stelle entschuldigen!"
Der Vorgang ist der vorläufige Höhepunkt in einer nicht abreißenden Abfolge an Pannen und Peinlichkeiten rund um den Möchtegern-iPad-Konkurrenten WeTab. Zunächst wurden immer wieder nicht funktionierende Geräte vorgestellt, dann verzögerte sich die Auslieferung um Monate. Schließlich kam das Gerät offenbar mit zahlreichen Problemen behaftet auf den Markt.
Nach dem Ausscheiden von von Ankershoffen aus der WeTab GmbH ist Tore Meyer alleiniger Chef des unglückseligen Tablet-PCs. Er ist zudem Chef der Münchner Firma 4tiitoo, die das Wetab zusammen mit von Ankershoffens Firma Neofonie entwickelt hat.
04.10.2010
