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Freitag, 6. November 2009

Halbwertszeit der Abmahnungs-Diskussionen bereits überschritten

Tappt nach JAKO und Jack Wolfskin nun Melitta in die nächste Abmahnfalle?


Gääähn… ein neuer Abmahnfall, langweilig obendrein, da kein David-gegen-Goliath-Effekt. Zwei Hersteller streiten sich: der eine Vollautomaten-Lieferant, der andere Filtertüten-Hersteller. Beide Kriegskassen gefüllt. Auf Anfrage von HORIZONT.NET heisst es gar, dass man sich nach Rücksprache mit einem Anwalt dazu entschlossen habe, den Spot doch im Netz zu lassen. Warum denn auch nicht? Jetzt erst bekommt der Spot nämlich Fahrtwind und erzielt endlich mal Reichweite. Wenn auch auf Umwegen.

Sämtliche Monitoring-Instrumente sind angesetzt: Mit Targetings und Alerts auf den Begriff “Abmahnung”. Sobald ein neuer Abmahnfall bekannt wird, muss man ihn auch schnell als Primärsignal zwitschern. Könnte ja sein, dass das ein RIESENDING wird.

Meine persönliche und geistige Halbwertszeit zum Thema Abmahnung ist bereits überschritten. Auf Wikipedia ist der Begriff Halbwertszeit folgendermassen definiert:

“Die Halbwertszeit ist grundsätzlich die Zeit, in der sich ein exponentiell mit der Zeit abnehmender Wert halbiert hat.”

Heisst auf mich übertragen, dass sich meine Aufmerksamkeit zum Begriff “Abmahnung” bereits mehr als halbiert hat. Vielleicht geht es dem ein oder anderen mittlerweile genauso? Falls ja, ist das wirklich schade: Zwei oder drei weitere Abmahnungsfälle, dann ist die Aufmerksamkeit der twitternden und bloggenden Gemeinde zum Thema Abmahnung ebenfalls gänzlich aufgezehrt. Zu Ungunsten deren, die aber tatsächlich eine erhöhte Aufmerksamkeit und Hilfestellungen in Form von Mobilisierungen in vollem Umfang brauchen könnten. Wie im Fall der Stick-begeisterten Damen beispielsweise.

Es könnte aber auch sein, dass Twitterverse bereits das neue Ortungssystem und die Impulsfunkmessstation für Abmahnungen ist.

“Abmahnung” sollte jedenfalls zum Twitter-Unwort des Jahres gekürt werden. Hiermit von meiner Seite aus gerne nominiert.

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Montag, 19. Oktober 2009

Das Web schläft nicht – Warum Social Media eine 24/7 Kommunikationsbereitschaft erfordert

Professionelle Webshopbetreiber mit Programmierern sind bestens vorbereitet auf dieses regelmässig eintretende Szenario: Wochenende, Samstag Abend, die Server sind down, die Webseite ist nicht mehr aufrufbar. Eine SMS alarmiert den Programmierer, der gerade mit seiner Freundin im italienischen Restaurant stilvoll diniert. Er entschuldigt sich, loggt sich mit seinem Handy beim Internet-Hosting-Provider ein und re-bootet die Server. In der Regel reicht das aus, alles läuft wieder innerhalb von wenigen Minuten.


Bei jedem Down ist schnelles Handeln gefragt: Schliesslich kostet das Keyword-Advertising Geld, bei Affliliate-Programmen werden die Affliate-Partner verärgert, sind auch noch Banner-Kampagnen geschaltet, wird es richtig teuer für die Werbungtreibenden. Dass wohlmöglich auch Interessenten enttäuscht und verärgert werden, sei dahin gestellt.


Eine ähnliche Alarmbereitschaft war am Samstag, den 17.10.2009 gefragt. Allerdings weniger technischer Natur, sondern eher in Sachen Kommunikation und Issues Management. Jack Wolfskin eröffnet den Abmahn-Herbst! raunt es durch die Werbebloggersphäre. Von dort aus zum Blog netzpolitik.org, schnell zum Zwitscherdienst Twitter und zu weiteren Blogs.


Für Montagnachmittag (19.10.2009) hat das Unternehmen schon einmal eine Erklärung angekündigt laut Meedia. Doch zwischenzeitlich steigt #wolfskin im Twitter-Trend-Ranking zielstrebig nach oben auf, der Wikipedia-Eintrag ist bereits um die Abmahnungen ergänzt und verlinkt, Google bringt das Thema im organischen Suchbereich auf Platz 3 der ersten Seite. Eine Top-Platzierung: Viele SEO-Agenturen verdienen für solche Ergebnisse richtig viel Geld.


Sogar die erste Comic-Zeichnung ist schon fertig gestellt.


Die Fälle JAKO und Jack Wolfskin zeigen, dass Unternehmen, Kommunikatoren, PR-Agenturen und Presseverantwortliche vor neuen Herausforderungen in ihrer Kommunikationsarbeit stehen.


Es stellt sich nicht mehr die Frage ob Social Media sinnvoll für eine Marke oder ein Unternehmen ist. Die Fragen sollten vielmehr lauten: Wie schnell eignen wir uns das Thema intern an? Wer sind die Haupt-Kommunikatoren bzw. die Haupt-Akteure? Wer beobachtet die für uns relevanten Themen? Oder kurzum: Wer ist unser Social Media Experte?


Man kann sicherlich über die Frage streiten ob ausnahmslos jedes Unternehmen im Social Web vertreten und / oder aktiv sein muss. Ich persönlich jedenfalls bin fest davon überzeugt, dass Social Media ein MUSS-Thema für jedes Unternehmen ist. Wie sonst wollen Sie herausfinden, was in welchen Kanälen über Ihr Unternehmen bzw. über Sie gesprochen wird? Gehört die Beobachtung des Wettbewerbs nicht ebenfalls zu den Hausaufgaben? Ist die Sicherung eines Markennamens nicht wichtig? Wie sonst wollen Sie schnell reagieren, wenn die Gerüchteküche brodelt oder ein neuer Meinungsprozess stattfindet?


Wie der Programmierer von oben auch ist Ihr Social Media Experte idealerweise im 24/7-Kommunikations-Bereitschaftsdienst. Auch an Wochenenden.

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