Die schwedische Modekette H&M sieht sich heftigen Protesten ausgesetzt, nachdem bekannt wurde, dass nicht verkaufte Ware ihres New Yorker Mega-Stores mutwillig zerstört und weggeworfen wurde. Wie die "New York Times" berichtete, wurden in der Nähe eines H&M-Geschäfts in Manhattan Kleidersäcke mit ungebrauchter warmer Winterkleidung gefunden. Diese war jedoch teilweise mit Rasierklingen oder Messern zerschnitten. So fehlten an Handschuhen die Finger, und bei Männerjacken war die Wattierung herausgerissen.
Angesichts der klirrenden Kälte, die den vielen Obdachlosen in New York zu schaffen macht, gab es beim Internet-Netzwerk Facebook harsche Kritik an der Firma. Einige Schreiber erklärten bereits, dass sie die Modekette, die für ihre günstige Kleidung bekannt ist, künftig boykottieren werden. Ein Unternehmenssprecher sagte, die Kleidung hätte nicht gespendet werden können, weil sie bestimmten Qualitätsnormen nicht entsprochen habe. Die Modekette werde jedoch daran arbeiten, ihre bisherige Praxis zu ändern.
Freitag, 8. Januar 2010
PR-Schaden bei H&M
Donnerstag, 7. Januar 2010
Inside Web 2.0: Das war 2009
Inside Web 2.0: Das war 2009
07. Januar 2010 – Die Printmedien sind tot, es leben die Printmedien. Revolutionsgefühle kamen auf, wenn man in diesem Jahr die Medienlandschaft beobachtet hat! Jeden Tag war damit zu rechnen, dass der Untergang des Abendlandes eintritt und verzweifelte Verleger Google enteignen und ihre Einnahmesituation durch Zwangsabgaben aus dem Internet verbessern. Was ist aber wirklich passiert in 2009?
Freundschaft und Kommunikation seien Erfindungen der Computer- und Softwareindustrie, mochte man in 2009 denken. Als hätten wir nicht bereits seit Beginn der Menschheit in „sozialen Netzwerken“ gelebt, wurden uns diese in ihrer digitalen Form als Revolution verkauft. Eine Internetseite, auf der man die Menschen, die einem zuhören, mit 140 Zeichen darüber informieren kann, was gerade passiert, wurde zur wichtigen Nachrichtenquelle, auch für die Tagesschau.
Eigentlich ist es ganz einfach: Auto, ICE und Flugzeug haben unsere Gesellschaft in ihrem Mobilitätsverhalten grundlegend verändert und es gehört heute zum guten Ton, nicht an der Ostsee, sondern auf Mallorca ein langes Wochenende zu verbringen. Nach diesem zivilisatorischen Phänomen der Mobilität erleben wir jetzt die nächste grundsätzliche Veränderung unserer Gesellschaft: Die digitale Vernetzung aller Menschen weltweit.
War ein Computer vor einigen Jahren noch der Rechen- und Schreibknecht, mit dem man zu Hause und im Unternehmen die administrativen Aufgaben des Alltags besser und schneller bewerkstelligen konnte, so ist er heute viel mehr. Shopping, Urlaubsbuchung, Lexikon, Musik- und Bildspeicher, Informationsquelle, Kommunikationsinstrument, Kontaktbörse und so vieles mehr, dass ich hier noch zwei weitere Kolumnen mit neuen Anwendungsbereichen von Computern und Handys füllen könnte.
Diese gesellschaftliche Veränderung hat erst begonnen und wird sich noch rasanter vollziehen als die Mobilitätsrevolution, die durch die neuen Verkehrsmittel ausgelöst wurde.
Zugegeben, die Hauptursache für die Veränderungen in der Verlagslandschaft war dieses Jahr nicht die digitale Revolution der Medien, sondern die Wirtschaftskrise. Genauer gesagt die Krise der Werbebudgets, die den Verlagen erhebliche Einnahmen entzogen hat. Auch zugegeben, die wirtschaftlichen Erfolge digitaler Medien und sozialer Netzwerke sind bis jetzt noch mit der Lupe zu suchen. Aber für mich steht fest: wir werden einen Wandel in der Mediennutzung erleben, der die Verlage vor die Entscheidung stellen wird, ob eine gedruckte Zeitung wirklich noch das Medium für tagesaktuelle Information ist. Die Revolution ist nicht ausgefallen, nur verschoben.
Und was ist nun eigentlich "2009" passiert?
Autor und Artikel gehen leider nicht auf die vielversprechende Headline ein.
Presseportal openBroadcast in Zahlen: 2008 versus 2009
Zahlen zum Presseportal www.openbroadcast.de
2008:
- 90.000 Besuche aus 950 Quellen
- 70.000 Unique Visitor
- 235.000 Seitenzugriffe
- Zugriffe aus 110 Ländern
2009:
- 216.000 Besuche aus 1.400 Quellen
- 183.000 Unique Visitor
- 465.000 Seitenzugriffe
- Zugriffe aus 140 Ländern
- Großteil der Kommunikatoren arbeiten aktiv bis zum 22. Dezember, danach starker Abfall der Zahlen
- Sommerloch scheint es bei Kommunikatoren nicht zu geben (Anstieg der Zahlen Juli, August, September)
- Stärkste Wochentage sind Montag und Dienstag
- Unter den Suchmaschinen auf Platz 1: Google
- Platz 2: Yahoo
- Platz 5: AOL
- Platz 6: Bing
- Bisher über 32.000 eingestellte Pressemitteilungen
- Aktuell über 4.000 Pressefächer
Dienstag, 22. Dezember 2009
Opfer-Galerie der Print-Krise 2009 - interessanter Jahresrückblick
Dass es in diesem Jahr zu Bereinigungungen im Printmarkt kommen würde, hatte sich 2008 bereits abgezeichnet. Für viele Titel kam das Aus 2009 denn auch nicht ganz überraschend. In der Bildgalerie gibt es einen kurzen Rückblick auf die dahingeschiedenen Blätter des Jahres 2009.
Trotz allem sind die Regale an den Kiosken nicht leerer geworden. Auch wenn Print von vielen als aussterbende Gattung erklärt wird, werden die Verlage nicht müde, neue Titel zu starten. Auch, weil sie mit Print immer noch mehr verdienen als mit Online. Der Beweis: Laut der Statistik des Presse-Grosso erschienen in diesem Jahr 1461 neue Titel, nur rund 80 weniger als 2008. Auch wenn sich darunter viele Specials und One-Shots befanden – die Tendenz ist eindeutig.
Viele Verlage scheinen allerdings vorsichtiger mit neuen Launches als früher. Mittlerweile schickt man einen Titel nicht mehr sofort monatlich oder gar wöchentlich in den Markt, sondern lässt erst einmal einen Testballon steigen. Typische Beispiele sind die Gruner + Jahr-Launches „Nido“ sowie „Beef“, „Gala Men“ und „Business Punk“, die Mitte Oktober herauskamen: Nur bei ausreichender Resonanz gibt es grünes Licht für weitere Ausgaben. Bei „Nido“, „Beef“ und „Business Punk“ ist das weitere „Go“ bereits offiziell.
Diese Art der Launchpolitik wird wohl auch 2010 anhalten. Doch es geht auch anders. Der wohl größte Launch Anfang kommenden wird das neue Klambt-Peoplemagazin Look sein: Am 11. Februar debütiert der Titel mit einer Druckauflage von 500.000 Exemplaren. Langfristig will der Klambt Verlag, der in die Entwicklung einen niedrigen achtstelligen Betrag investiert hat, Woche für Woche rund 200.000 Käufer erreichen. das ist sicher sehr optimistisch – aber ein wenig Optimismus kann die Branche sicher vertragen.
Montag, 7. Dezember 2009
Deutsche Marken mit Vertrauensverlust
Bankenkrise, Foodskandal, Abwrackprämie: Deutsche Marken verlieren an Vertrauen
Ein Jahr nach dem Brankencrash ist das Vertrauen der Deutschen in Marken und Branchen nach wie vor erschüttert. Das zeigt eine Studie der Markenberatung Musiol Munzinger Sasserath in Berlin. Nach der Erhebung unter 1000 Deutschen misstrauen die Bundesbürgern vor allem Telekommunikationsanbietern, Versicherungen und Mineralölgesellschaften. Laut Studie vertrauen nur 11,7 Prozent der Deutschen Firmen wie der Deutschen Telekom, Vodafone und Co. Die Versicherungen schneiden mit einem Wert von 9,9 Prozent noch schlechter ab. Die Rote Laterne haben die Mineralölgesellschaften mit mageren 4,6 Prozent. Doch diese Branchen sind nicht die einzigen, die unter einem Vertrauensverlust leiden. Bei den Automobilherstellern hat die Abwrackprämie und die damit verbunden Rabattschlachten zu einem Abbau an Vertrauen geführt, bei den Lebensmittelproduzenten blieben Gammelfleisch und Analogkäse nicht ohne Folgen. Das höchste Vertrauen unter den 20 abgefragten Branchen genießen in Deutschland derzeit die Tageszeitungen mit 41,3 Prozent vor den Brauereien mit 39,1 Prozent und den Lebensmitteldiscountern mit 36,9 Prozent. Bei den 50 untersuchten Markten liegt einmal mehr Nivea unangefochten an der Spitze. Volkswagen führt das Ranking bei den Autobauern an, Aldi bei den Discountern und Google bei den Internetunternehmen. mir
Freitag, 4. Dezember 2009
"Kostenpflichtiger Universaljournalismus hat keine Zukunft" #zeit #medien #journalismus #verlage #internet #medienwandel
Die deutschen Tageszeitungen haben innerhalb von zehn Jahren fünf Millionen Käufer verloren; wegen der Wirtschaftskrise schalten die Unternehmen erheblich weniger Anzeigen, Geld, auf das die Verlage angewiesen sind. Und dann gibt es da dieses Problem.
»Das Internet«, sagt Mathias Döpfner, der Chef des Axel Springer Verlags.
»Das Internet«, sagt der Verleger Hubert Burda, der hinter Focus und Bunte steht.
»Das Internet«, sagt Bernd Buchholz, der Vorstandschef von Gruner + Jahr, Deutschlands größtem Zeitschriftenverlag.
»Kostenpflichtiger Universaljournalismus hat keine Zukunft«, sagt der Medienberater Alexander Kahlmann und meint damit die Zeitungen. Seine Firma hat mehr als hundert von ihnen beraten. Es ist merkwürdig: Auch der Operateur glaubt nicht an das Überleben seiner Patienten.
Aber hat er recht?
